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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Weißenborn

 

Im Juni 2021 begeht die Freiwillige Feuerwehr des Ortes das 150 jährige Jubiläum. In den folgenden Ausgaben des Weißenborner Anzeiger wird die Entwicklung der Feuerwehr erläutert. In früheren Zeiten war ein Brandfall in der Gemeinde nicht nur ein Unglück für den einzelnen Einwohner, sondern die ganze Gemeinde hatte unter dieser Last des Schadens zu leiden. Die Gemeinde musste für die Unterkunft der Geschädigten sorgen und teilweise auch eine kurzfristige Versorgung übernehmen. Durch kräftiges Läuten der Kirchenglocken erfolgte die Alarmierung zur Hilfeleistung für das ganze Dorf. Ein Sturm läuten der Kirchenglocken bedeutet immer Gefahr in der Gemeinde. Die Gemeinden hatten bei der damaligen hölzernen Bauweise der Gebäude alle Mühe, das Umsichgreifen von Schadensfeuer einzudämmen. Insbesondere die mit Stroh gedeckten Häuser und Stallungen waren dem Funkenflugausgesetzt. Jeder kleine Brand konnte sich schnell zum Großbrand für das Dorfentwickeln. Oft waren bei einem Brand gleich mehrere Gehöfte betroffen. Der verordnete Zwang zum Feuerlöschwesen in den Dörfern, der insbesondere die Handwerker traf, führte nicht zu dem beabsichtigten Erfolg. Im Jahre 1865 war das Gut des Gutsbesitzers Than in Weißenborn in Brand geraten und bis auf die Grundmauern vernichtet. Dieser große Brand war im Ort Weißenborn der Anlass über das Feuerlöschwesen nachzudenken. Aber erst einige Jahre später findet der Gutsbesitzer Traugott Zimmermann Mitstreiter zur Gründung einer Feuerwehr im Ort Weißenborn nach dem Vorbild der Freiberger Stadtfeuerwehr. Für den Gründer war es nicht einfach, männliche Bürger von der Notwendigkeit zu überzeugen. Es entschließen sich 37 Männer, insbesondere aus dem Arbeiterstand, in die Wehr einzutreten. Somit ist das Jahr 1871 das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn. Die Gründung erfolgte im Juni 1871. Zum ersten Kommandanten der Wehr wird Gutsbesitzer Traugott Zimmermann gewählt. Die Unterlagen der Feuerwehr enthalten seine ersten Aufzeichnungen zum Feuerwehrwesen in der Gemeinde. Den Feuerwehrmännern wurde nicht nur Freude entgegen gebracht, sondern es traf sie auch der Spott der anderen Mitbewohner des Ortes. Sie haben unter großen Entbehrungen aus eigenen Mitteln eine Uniformbezahlt. Der Gemeindevorstand war zurückhaltend und stellte zu Beginn auch kein Geld für Anschaffungen zur Verfügung. Die erste Ausrüstung der Feuerwehrbestand aus Blusen aus Leinwand, Filzhelmen und Beilen. Am 19. Juni zogen die Kameraden der Feuerwehr zum ersten Mal in der neuen Feuerwehruniform den heimkehrenden Soldaten aus dem Krieg 1870/1871 entgegen. Anschließend wurde an diesem Tag die Gründung der Wehr in der hiesigen Restauration „ Müller „ gefeiert.

Dieter Bruchmann, Altersmitglied
Rene Flade, Wehrleiter